„Fatalismus ist unverantwortlich“
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Autor:
Stefan Fuchs
- Datum: 30.12.2025
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Spätestens in diesen Zwanziger Jahren des 21. Jahrhunderts ist die Menschheit in ein neues erdgeschichtliches Zeitalter eingetreten. Wir haben das Holozän verlassen und sind jetzt im Anthropozän. Das Anthropozän ist das Zeitalter, in dem der Mensch zur alles verändernden Kraft des Planeten geworden ist. Unsere Spuren werden noch da sein, wenn wir möglicherweise schon ausgestorben sind. Die Hinterlassenschaften der Atomkraft werden noch in Millionen Jahren strahlen. Plastik wird für Jahrtausende in den Sedimenten der Weltmeere überdauern. Klimagase werden für unabsehbare Zeit das Klima des Planeten bestimmen. Möglich wurde das Anthropozän durch Technik. Technik, die dem Menschen einen immer tieferen Eingriff in die Natur erlaubte. Technik, die dem Menschen Freiheit versprach. Technik, die oft auch negative Folgen hatte. Heute gibt es einen Verdacht: könnte es sein, dass der technische Fortschritt, der uns von den Launen der Natur unabhängig machte, nicht nur die Umwelt gefährdet, sondern zugleich auch die soziale Errungenschaft der Demokratie? Dass in dem Maße, in dem die menschliche Verfügungsgewalt über Natur globale Ausmaße erreicht und sich zugleich immer weiter beschleunigt, die Demokratie ihre Fähigkeit verliert, die Modernisierungsprozesse zum Wohle der Menschen zu managen?