„Ob der Klimawandel in Europa zu mehr verheerenden Gewittern führt, ist noch nicht geklärt“

  • Autor:

    Stefan Fuchs

  • Datum: 16.12.2025
  • Es ist ein Horrorszenario für Europa. Ansteigende Wassertemperaturen im Mittelmeer und im nordwestlichen Atlantik schaufeln riesige Menge Feuchtigkeit in die Atmosphäre. Extreme Sommertemperaturen liefern die notwendige Energie. Es bilden sich gewaltige Gewittersysteme über Europa, sogenannte Superzellen, die sich über hunderte Kilometer ausbreiten, an Ort und Stelle kreisen und über Tage und Wochen den alten Kontinent mit ihrer zerstörerischen Last aus Wasser, Hagel, Sturm und Blitzen heimsuchen. - Glücklicherweise werden solche Schreckensprognosen durch jetzt vorliegende Daten nicht gestützt. Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie haben Messungen von Blitzen aus 20 Jahren untersucht und paradoxerweise eine Abnahme von schweren Gewittern festgestellt. Entgegen der Grundannahmen der Klimamodelle ist nach dem gegenwärtigen Stand der Forschung bis zum Ende des Jahrhunderts möglicherweise nicht mit dem Superzellen-Szenario zu rechnen. Das liegt daran, dass das komplexe Zusammenspiel der Einflussfaktoren bei der Entstehung großer Gewitter noch nicht völlig verstanden ist.